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Historisches Denkmal · Leopoldstadt, Wien

Leopoldstädter Tempel

Synagoge Tempelgasse

Foto

Ein Foto von Leopoldstädter Tempel
Foto · Karl Gruber · CC BY-SA 4.0
Heute
Heute geöffnet, 00:00 – 23:59
Besuchsdauer
10 Min
Barrierefreiheit
Nicht erfasst
Preis
Nicht erfasst
Einordnung
Muss man gesehen haben · Kulturerbe
Rang
Rang 48 von 5,640

Über Leopoldstädter Tempel

Der Leopoldstädter Tempel war eine große Synagoge in der Tempelgasse im Wiener Bezirk Leopoldstadt. Ludwig Förster entwarf den Bau, der 1858 fertiggestellt wurde und nach dem Stadttempel zu den wichtigsten Synagogen der Stadt gehörte. Sein Innenraum im maurischen Stil bot ungefähr zweitausend Gläubigen Platz. Bis in die Zeit des Nationalsozialismus diente der Tempel der großen jüdischen Gemeinde der Leopoldstadt.

Während des Novemberpogroms 1938, der Kristallnacht, wurde der Tempel zerstört: Sein Innenraum brannte ebenso wie die große Mehrheit der Wiener Synagogen und Bethäuser. Der Stadttempel überstand die Gewalt, weil seine Lage innerhalb eines Häuserblocks einen Brand zur Gefahr für die nichtjüdischen Nachbargebäude gemacht hätte. Der freistehende Leopoldstädter Tempel besaß diesen Schutz nicht. Mehr als ein Jahrzehnt blieb der beschädigte Bau als Ruine stehen, bevor er 1951 abgetragen wurde.

Heute steht an diesem Ort keine Synagoge. Er ist als Standort des zerstörten Leopoldstädter Tempels gekennzeichnet und wird nicht als aktives oder rekonstruiertes Gotteshaus präsentiert. Ein Besuch gilt daher einer Gedenkstätte und nicht einer Synagoge.

Geprüft 2026-08-24 · Quelle

Was ist drin?

Es gibt keinen Synagogeninnenraum zu besichtigen. Das Gebäude wurde 1938 zerstört, seine Ruine 1951 abgetragen, und von der ursprünglichen, von Ludwig Förster entworfenen Innenausstattung im maurischen Stil ist vor Ort nichts erhalten. Heute steht an der Adresse ein späteres Gebäude auf dem Grundriss der zerstörten Synagoge; Gedenkzeichen halten fest, was dort einst stand. Dieser Guide beschreibt die heutige Nutzung des Gebäudeinneren nicht näher, weil sie zum Zeitpunkt der Abfassung nicht anhand einer Primärquelle bestätigt war. Besucher sollten keinen betretbaren Synagogenraum erwarten.

Geprüft 2026-08-24 · Quelle

Empfohlene Besuchsdauer

Das Lesen der Gedenktafeln und der Aufenthalt an der Adresse, an der die Synagoge stand, dauern fünf bis zehn Minuten. Da kein Synagogengebäude mehr erhalten ist, gibt es keinen Innenraum, der den Besuch verlängern würde. Wer zu den zerstörten Wiener Synagogen recherchiert, verbindet diesen Halt häufig mit dem noch bestehenden Stadttempel in der Seitenstettengasse, der nur einen kurzen Spaziergang über den Donaukanal entfernt liegt. So lässt sich sehen, was überdauerte und was nicht, und aus einem fünfminütigen Halt wird ein halbtägiger Rundgang durch die jüdische Geschichte des Bezirks.

Geprüft 2026-08-24 · Quelle

Jahreszeit und Menschenmassen

Der Ort ist eine Straßenadresse in einem gewöhnlichen Wohn- und Geschäftsviertel der Leopoldstadt und kann zu jeder Uhrzeit besucht werden, da er von außen betrachtet und nicht betreten wird. Es gibt keine Öffnungszeiten, die bei der Planung zu beachten wären. Auch die Jahreszeit ändert nichts an dem, was zu sehen ist, denn der Besuch gilt vollständig dem Außenraum und der Adresse statt dem Inneren eines Gebäudes.

Geprüft 2026-08-24 · Quelle

Tickets

Es gibt keinen Eintrittspreis, denn hier befindet sich keine Attraktion, zu der Einlass gewährt wird. Der Ort ist eine Straßenadresse, die an ein zerstörtes Gebäude erinnert, und kein Museum oder Gedenkgebäude mit Eintrittskarte. Anders als bei einer eigens errichteten Holocaust-Gedenkstätte an anderer Stelle in der Stadt gibt es an dieser Adresse weder Reservierung noch Warteschlange oder Besucherzentrum.

Geprüft 2026-08-24 · Quelle

Ankommen

Die Tempelgasse liegt in der Leopoldstadt, dem 2. Bezirk. Sie ist von der Haltestelle Taborstraße mit den durch den Bezirk fahrenden Straßenbahnlinien oder von der Station Nestroyplatz der U1 erreichbar; beide liegen nur einen kurzen Fußweg entfernt. Der Bezirk befindet sich gleich jenseits des Donaukanals gegenüber der Inneren Stadt. Wer lieber zu Fuß als mit Straßenbahn oder U-Bahn kommt, benötigt vom alten Stadtzentrum über eine der Kanalbrücken ungefähr fünfzehn Minuten.

Geprüft 2026-08-24 · Quelle

Worauf Sie achten sollten

Da kein Synagogengebäude erhalten ist, wird ein Besucher, der ein intaktes oder rekonstruiertes Gotteshaus zum Betreten erwartet, von der Geschichte des Ortes enttäuscht sein und nicht von etwas, auf das ein Guide ihn besser hätte vorbereiten können: Gerade Zerstörung und späterer Abriss erklären, weshalb nichts mehr vorhanden ist. Behandeln Sie die Adresse als Erinnerungsort und lesen Sie die Gedenkzeichen, statt einen üblichen Besichtigungspunkt mit Besuchereinrichtungen zu erwarten. Vor Ort gibt es weder Geschäft noch Ticketschalter oder besetzten Informationspunkt.

Geprüft 2026-08-24 · Quelle

Fotografie

Da das historische Gebäude verschwunden ist, bietet der Ort selbst außer der Straßenadresse und einer vorhandenen Gedenktafel oder Markierung wenig zum Fotografieren. Ein Foto dokumentiert hier die Leerstelle und die Gedenkzeichen, nicht ein architektonisches Motiv. Historische Aufnahmen der Synagoge im maurischen Stil vor ihrer Zerstörung im Jahr 1938 befinden sich in Wiener Archiv- und Museumssammlungen statt am Ort selbst. Für alle, die sehen möchten, wie das Gebäude vor dem Brand tatsächlich aussah, sind diese Aufnahmen die aussagekräftigere Dokumentation.

Geprüft 2026-08-24 · Quelle

Häufige Fragen

Kann man den Leopoldstädter Tempel heute noch sehen?

Nein. Er wurde während des Novemberpogroms 1938, der Kristallnacht, zerstört; die beschädigte Ruine wurde 1951 abgetragen. Am Ort steht kein Synagogengebäude mehr.

Wer entwarf den Leopoldstädter Tempel?

Ludwig Förster entwarf ihn und vollendete ihn 1858 als eine der wichtigsten Synagogen Wiens nach dem Stadttempel.

Warum überstand der Stadttempel die Kristallnacht, dieser Tempel aber nicht?

Die Lage des Stadttempels innerhalb eines Häuserblocks machte ein Anzünden zur Brandgefahr für seine nichtjüdischen Nachbarn. Der freistehende Leopoldstädter Tempel hatte diesen Schutz nicht und wurde niedergebrannt.

Wie groß war der Leopoldstädter Tempel?

Sein Innenraum im maurischen Stil bot ungefähr zweitausend Gläubigen Platz. Damit zählte er zur Zeit seiner Errichtung zu den größten Synagogen Wiens.

Gibt es heute eine Gedenkstätte an diesem Ort?

Gedenkzeichen am Ort erinnern an die zerstörte Synagoge. Dieser Guide beschreibt das heutige Gebäude jedoch nicht näher, weil seine Nutzung nicht anhand einer Primärquelle bestätigt wurde.

Wo es ist

In der Nähe

Zuletzt aktualisiert:

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